Dr. Georg Kerner

Medizinalrat Dr. Georg Kerner
(1850 bis 1930)

Er steht in der Tradition seines berühmten Großvaters Justinus Kerner und seines Vaters Theobald Kerner. Getauft wurde er auf die Namen Georg Michael Theobald Maria, bekannt geworden ist der am 10. September 1850 in Weinsberg geborene unter dem Namen Georg Kerner. Er war das jüngste von zwei lebenden Kindern aus Theobalds erster Ehe mit Marie Luise Elisabeth Freiin von Uexküll-Gyllenband.

Georg Kerner studiert Medizin in Tübingen, Würzburg und Freiburg im Breisgau. Er heiratet Ida Hansen aus Freiburg und wirkt als praktischer Arzt in Wehr i. Baden. Georg Kerner stirbt in Rothaus, Gemeinde Grafenhausen, am 11. April 1930. Da die Ehe kinderlos blieb, ist Justinus Kerners Familie im Mannesstamm ausgestorben.

Im Weinsberger Kernerhaus erinnern keine Exponate an Theobalds Sohn. Die Gründe sind vielfältig und haben ihren Ursprung hauptsächlich im familiären Bereich, sie sindaber auch bedingt durch sein ärztliches Wirken in Wehr, wo er fünfzig Jahre als praktischer Arzt wirkt. Trotz räumlicher Entfernung ist der Kontakt zum Vater nie unterbrochen worden, wie aus dem vom Kernerverein erworbenen sog. "Rastatter Nachlass" hervorgeht. Einen regen Briefwechsel pflegte Georg auch mit seiner von 1883 bis 1938 in Brasilien lebenden Schwester Justina. Dieser Nachlass muss noch gesichtet werden.
Am öffentlichen Leben nimmt Georg Kerner, wie auch seine Vorfahren, regen Anteil und er fällt vor allem durch seine poetische Ader und seine Gelegenheitsdichtungen auf, die er bei verschiedenen Anlässen in Wehr vorträgt. Er verfasst auch umfangreichere Dichtungen mit historischen Themen wie zum Beispiel "Die Zähringer. Eine Sage aus dem Wildengrund" oder "Aus Herzog Ulrich´s Tagen". Am bekanntesten ist das Lustspiel "Alte Liebe rostet nicht", das immer wieder bis in die Gegenwart, in Wehr aufgeführt wird. Besondere Verdienste erwirbt sich Kerner durch seine ärztliche Tätigkeit. Der Gemeinderat von Wehr beurteilt seine Tätigkeit am 14. März 1879 wie folgt: "Herr Georg Kerner von Weinsberg ist seit 15. Juni 1877 als praktischer Arzt in hiesiger Gemeinde angestellt und tätig. Wir bezeugen demselben gerne, dass er sich während der ganzen Zeit seines Hierseins in seinem Berufe sehr fleißig und befähigt erwiesen, un nimmt mit äußerst ersprießlichem Erfolg gewirkt hat. In seinem Betragen zeigt er sich stets freundlich und leutselig und kann in allen teilen nur gelobt werden."
Georg Kerner wird ein halbes Jahrhundert zum Wohle des Gemeinwesens in Wehr wirken. Wie sehr seine Arbeit geschätzt wurde, geht aus einem Dankesschreiben des Badischen Staatsministeriums. Der Staatspräsident, vom 30. Juni 1927 hervor: "Sehr geehrter Herr Medizinalrat! Wie ich vernehme, können Sie in diesen Tagen auf eine 50jährige an Mühen und Erfolgen reiche Berufstätigkeit in der Gemeinde Wehr zurücklicken.