Der Frauenverein

Die Kernerringe
Mitgliedskarte Frauenverein

 
Zwei Vereine haben seit ihrer Gründung das kulturelle Leben dieser Stadt entscheidend geprägt: Der 1823 gegründete „Frauen-Verein zu Weinsberg“ und der  1905 gegründete Justinus-Kerner-Verein.
Justinus Kerner kommt 1819 als Oberamtsarzt nach Weinsberg. Er hat von Anfang an ein offenes Auge und ein überaus empfängliches Gemüt für die romantische Umgebung  seiner neuen Heimat und ein ausgeprägtes Gespür für die heroische Vergangenheit  der Ruine: der Weibertreubegebenheit von 1140 und dem ersten Stauferkönig.  Als Vorbild dienten ihm die Wallfahrten  zur Heidelberger Schlossruine. Ein Anziehungspunkt für Reisende würde Weinsberg wohl anstehen und dem Stadtsäckel gut tun und man könnte es den Heilbronnern zeigen – die mit Wartberg und Jägerhaus  längst Ausflugsziele besaßen – dass man nicht allein eine Ruine sondern auch einen ganz besonderen historischen Ort vorzuweisen hat.
Im Dezember 1823 gründet Justinus Kerner den „Frauen-Verein zu  Weinsberg“ dessen  Vorsitz er  übernimmt. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Kerners Frau Friederike,  und Philippine Hildt, die Frau des  Weinsberger  Baumeisters Johann Georg Hildt.  Sie sammelten Geld, warben neue Mitglieder oder besorgten Sträucher und Bäume  zum Bepflanzen der Burganlage. Dass ihr Verein als erster in Deutschland die „Frauen“ im Titel führte und nicht karitative sondern denkmalpflegerische Aufgaben wahr zu nehmen hatte, war ihnen damals sicher nicht bewusst. Als Belohnung für ihre aufopferungsvolle Arbeit überließ  der württembergische König die Burg-Ruine dem Frauenverein – allerdings  unter dem Vorbehalt: „dass, wenn der Verein sich wieder auflösen sollte, und die fragliche Fläche zu einem andern Zweck  verwendet werden wollte, das Grund-Eigentum von selbst an den Staat zurückfalle…“ Der Fall ist nicht eingetreten, die Weibertreu befindet sich noch immer im Besitz des Frauenvereins. Der Frauenverein und der Justinus-Kerner-Verein haben sich 1920 zu einem Doppelverein zusammengeschlossen und betreuen seither gemeinsam  die Burgruine mit dem Steinernen Album, der Königsmauer und den neu eingerichteten kleinen Museen auf der Burg. Die Burgruine, genannt  „Weibertreu“ ist  das unübersehbare Wahrzeichen der Stadt.