Das Kernerhaus

1826 - Kerners Haus mit Geisterturm
1847 - Öhringer Straße mit Kerners Haus
Das Kernerhaus zu Zeiten Theobald Kerners

Der Theologe David Friedrich Strauss  (1808 – 1874)  nannte Kerners Haus am Fuße der Weibertreu  „das merkwürdigste und eigentümlichste Haus in ganz Schwaben“.
Erbaut 1822 vom Weinsberger Werkmeister Johann Georg Hildt, war das Dichterhaus über Jahrzehnte Treffpunkt der Romantik in Schwaben und Begegnungsstätte von Menschen unterschiedlichen Standes aus aller Welt.
Nach dem Ableben von Theobald Kerner erwirbt der neu gegründete Kernerverein 1907  für 50 000 fl das Dichterhaus macht es bereits ein Jahr später als Gedenkstätte und Museum der Öffentlichkeit zugänglich. Das Interessante am Kernerhaus ist, dass es keine vergleichbare  Stätte literarischer Erinnerung  in unserem Lande gibt, die wie dieses Haus, nahezu ohne Veränderung, ohne Eingriffe, ohne ein zweckentfremdendes Zwischendasein, in museale Form überführt werden konnte und damit eine in sich  ungebrochene Kontinuität  aufweist. Trotzdem hat es in der Geschichte des Hauses Einschnitte gegeben. In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts  lässt Theobald Kerner den ursprünglichen Eingang  von der Öhringer Strasse auf die Nordseite verlegen  (heutiges Treppenhaus) und  baut den unteren Bereich des Schweizer Hauses aus. 1943 wird das Haus geschlossen und die Gegenstände ausgelagert. Nach dem Krieg wohnen ausgebombte Familien im Kernerhaus. Erst 1950 kann das  Haus mit bescheidenen Mitteln wieder eingerichtet werden.
Dank großzügiger Unterstützung durch die Stadt Weinsberg, das Landesdenkmalamt Stuttgart, dem Landkreis Heilbronn, der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg und zahlreichen  Spenden konnten 1985/86 die umfangreichsten Renovierungsarbeiten seit dem Bau des Hauses  durchgeführt werden. Man war bemüht, den ursprünglichen Charakter des Hauses wieder herzustellen, um einen Hauch Kernerscher Atmosphäre zu vermitteln. Das Haus ist auch nach diesen umfangreichen Umgestaltungsmaßnahmen kein literarisches Museum geworden, es ist das Haus des Arztes und Dichters Justinus Kerner geblieben, das jährlich von nahezu  fünftausend  Literatur- und Kunstinteressierten besucht  wird.  Im Erdgeschoss werden Kerners Lebensstationen dokumentiert,  sein Wirken als Dichter und Arzt, sowie der Freundeskreis. Im Obergeschoss, wo sich die Wohnräume der Familie befanden, wurde der Wohncharakter weitgehend wieder hergestellt.
Durch die Vielfalt an Exponaten  aus Kunst, Literatur und Medizin und den persönlichen Gegenständen aus dem Besitz der Familie Kerner ist das Haus heute noch attraktiv und sehenswert.